Wenn du Nasenbluten hast, ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend, um die Blutung zu stoppen und Komplikationen zu vermeiden. Was du sofort tun solltest und ab welchem Zeitpunkt professionelle ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss, erfährst du hier.
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Sofortmaßnahmen bei Nasenbluten
Nasenbluten, medizinisch Epistaxis genannt, ist ein häufiges Symptom, das meist harmlos ist. Die meisten Blutungen stoppen von selbst oder lassen sich mit einfachen Mitteln kontrollieren. Es ist jedoch wichtig, die richtigen Schritte zu kennen, um effektiv zu reagieren.
1. Ruhe bewahren und richtige Körperhaltung
Das Allerwichtigste ist, ruhig zu bleiben. Panik kann den Blutdruck erhöhen und die Blutung verschlimmern. Setze dich ruhig hin, idealerweise mit leicht nach vorne geneigtem Kopf. Vermeide es, den Kopf weit nach hinten zu legen, da das Blut sonst in den Rachen laufen und Übelkeit oder Erbrechen verursachen kann.
2. Nase abdrücken
Drücke mit Daumen und Zeigefinger die weichen Teile deiner Nase fest zusammen, direkt unterhalb des knöchernen Nasenrückens. Halte diesen Druck für mindestens 5 bis 10 Minuten ununterbrochen aufrecht. Atme währenddessen durch den Mund. Schaue zwischendurch nicht nach, ob die Blutung schon aufgehört hat, da dies den Heilungsprozess stören kann.
3. Kühlen
Lege ein kaltes Tuch oder einen Eisbeutel, in ein Tuch gewickelt, auf den Nasenrücken oder den Nacken. Die Kälte hilft, die Blutgefäße zu verengen und die Blutung zu reduzieren.

4. Nachsorge
Nachdem die Blutung gestoppt ist, vermeide es in den nächsten Stunden und Tagen, die Nase zu schnäuzen, zu kratzen oder sich stark zu bücken. Auch heiße Getränke, scharfe Speisen und körperliche Anstrengung sollten vermieden werden, da sie den Blutdruck erhöhen und eine erneute Blutung auslösen können.
Ursachen von Nasenbluten
Die häufigsten Ursachen für Nasenbluten sind:
- Trockene Luft, besonders im Winter oder durch Heizungsluft, die die Nasenschleimhaut austrocknet und rissig macht.
- Mechanische Reizung, wie z.B. häufiges Schnäuzen, Kratzen in der Nase oder das Einführen von Fremdkörpern.
- Verletzungen der Nase, sei es durch einen Stoß, Sturz oder Schlag.
- Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen, die zu Entzündungen und Schwellungen der Schleimhaut führen.
- Allergien, die ebenfalls die Nasenschleimhaut reizen und entzünden können.
- Bestimmte Medikamente, insbesondere blutverdünnende Mittel (Antikoagulanzien) oder Nasensprays, die die Schleimhaut austrocknen.
- Erhöhter Blutdruck (Hypertonie), der die Blutgefäße anfälliger für Risse macht.
- Bestimmte medizinische Zustände wie Blutgerinnungsstörungen oder chronische Lebererkrankungen.
- Seltenere Ursachen können Tumore in der Nase oder den Nasennebenhöhlen sein.
Wann ärztliche Hilfe gesucht werden sollte
Obwohl Nasenbluten meist unbedenklich ist, gibt es Situationen, in denen du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest. Dies dient der Abklärung ernsterer Ursachen und der professionellen Behandlung.
1. Anhaltende oder schwere Blutungen
Wenn die Blutung nach 15-20 Minuten konsequenten Abdrückens nicht aufhört, solltest du medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Dies gilt auch, wenn die Blutung sehr stark ist und du das Gefühl hast, viel Blut zu verlieren.
2. Wiederkehrendes Nasenbluten
Wenn du häufiger als einmal pro Woche Nasenbluten hast, ist eine ärztliche Abklärung ratsam, um die zugrundeliegende Ursache zu identifizieren und zu behandeln.
3. Nasenbluten nach einer Verletzung
Wenn das Nasenbluten nach einem starken Schlag auf die Nase, einem Sturz oder einer anderen Kopfverletzung auftritt, solltest du einen Arzt aufsuchen. Es könnte eine Nasenbeinfraktur oder eine schwerere innere Verletzung vorliegen.
4. Nasenbluten in Verbindung mit anderen Symptomen
Suche ärztlichen Rat, wenn das Nasenbluten von anderen besorgniserregenden Symptomen begleitet wird, wie zum Beispiel:
- Schwindel oder Ohnmacht
- Brustschmerzen oder Atemnot
- Starke Kopfschmerzen
- Fieber
- Ungewöhnliche Blutergüsse an anderen Körperstellen
- Blut im Urin oder Stuhl
5. Nasenbluten bei Kindern und älteren Menschen
Bei kleinen Kindern, deren Blutgefäße noch sehr zart sind, oder bei älteren Menschen, die oft Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen, ist besondere Vorsicht geboten. Auch hier ist bei starken oder wiederkehrenden Blutungen ein Arztbesuch empfehlenswert.
6. Wenn du blutverdünnende Medikamente einnimmst
Wenn du Medikamente wie Aspirin, Warfarin, Clopidogrel oder neuere orale Antikoagulanzien (NOAKs) einnimmst, kann Nasenbluten stärker ausfallen oder schwieriger zu kontrollieren sein. Informiere in diesem Fall deinen Arzt.
Diagnose und Behandlung durch den Arzt
Wenn du einen Arzt aufsuchst, wird dieser zunächst eine Anamnese erheben und dich körperlich untersuchen. Mögliche diagnostische Schritte können sein:
- Blickdiagnose: Der Arzt wird deine Nase mit einem speziellen Instrument (Rhinoscop) untersuchen, um die Blutungsquelle zu lokalisieren.
- Blutdruckmessung: Zur Abklärung, ob ein erhöhter Blutdruck eine Rolle spielt.
- Blutuntersuchungen: Um Blutgerinnungsstörungen oder andere zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen.
Die Behandlung hängt von der Ursache ab:
- Lokale Blutstillung: Bei kleineren Blutungen in der vorderen Nasenregion kann der Arzt die Stelle veröden (chemisch oder thermisch) oder tamponieren (mit speziellen Tamponaden).
- Medikamentöse Behandlung: Bei zugrundeliegenden Erkrankungen kann eine entsprechende medikamentöse Therapie eingeleitet werden.
- Chirurgische Eingriffe: In seltenen Fällen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, können operative Verfahren notwendig sein, um die Blutungsquelle zu unterbinden.
| Aspekt | Sofortmaßnahmen | Wann zum Arzt? | Mögliche Ursachen |
|---|---|---|---|
| Dauer der Blutung | 5-10 Minuten ruhig halten und Nase abdrücken | Blutung stoppt nicht nach 15-20 Minuten | Ernsthafte Verletzungen, Gerinnungsstörungen |
| Häufigkeit | Nicht relevant für die erste Blutung | Mehrfach pro Woche | Chronische Entzündungen, Medikamentennebenwirkungen |
| Stärke der Blutung | Beruhigen, Nasen abdrücken, kühlen | Sehr stark, Gefühl des Blutverlustes | Gefäßerkrankungen, Trauma |
| Begleitsymptome | Konzentration auf die Blutung | Schwindel, Ohnmacht, Brustschmerzen, Fieber | Systemische Erkrankungen, Kopfverletzungen |
| Alter/Gesundheitszustand | Generelle Erste Hilfe | Kinder unter 2 Jahren, ältere Menschen, chronische Krankheiten, Medikamenteneinnahme | Entwicklungsbedingt, altersbedingt, Krankheiten |
Häufige Fragen und Antworten zu Nasenbluten
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Nasenbluten: Was du tun solltest und wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist
Was ist die häufigste Ursache für Nasenbluten?
Die mit Abstand häufigste Ursache für Nasenbluten ist eine trockene Nasenschleimhaut, die durch trockene Luft, häufiges Schnäuzen oder Reizung rissig wird. Die Blutgefäße im vorderen Teil der Nasenscheidewand (Locus Kiesselbachi) sind sehr oberflächlich und empfindlich, weshalb sie leicht zu bluten beginnen.
Kann Nasenbluten ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein?
In den meisten Fällen ist Nasenbluten harmlos und hat eine leichte Ursache. Selten kann es jedoch auf ernstere Zustände wie Bluthochdruck, Blutgerinnungsstörungen, Tumore oder schwere Traumata hinweisen. Deshalb ist es wichtig, die genannten Warnsignale zu beachten, ab wann ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte.
Wie kann ich meine Nase vor Austrocknung schützen?
Um deine Nase vor Austrocknung zu schützen, kannst du einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer verwenden, besonders während der Heizperiode. Nasensprays mit Kochsalzlösung oder fetthaltige Nasensalben können ebenfalls helfen, die Schleimhäute feucht zu halten. Vermeide übermäßiges Schnäuzen und benutze ein weiches Taschentuch.
Was sollte ich nach einem Nasenbluten unbedingt vermeiden?
Nachdem die Blutung gestoppt ist, solltest du für mindestens 24 Stunden heftiges Schnäuzen, Nasebohren, schwere körperliche Anstrengung, heiße Getränke und Speisen sowie das Heben schwerer Gegenstände vermeiden. Auch das Naseputzen sollte vorsichtig erfolgen.
Wann ist Nasenbluten bei Kindern besonders besorgniserregend?
Bei Kindern ist Nasenbluten oft auf die oben genannten leichten Ursachen zurückzuführen. Besorgniserregend wird es, wenn die Blutung sehr stark ist, länger als 15-20 Minuten anhält, obwohl Maßnahmen ergriffen wurden, oder wenn sie nach einer Kopfverletzung auftritt. Auch wenn das Kind zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Schwäche zeigt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Kann Stress Nasenbluten verursachen?
Direkt verursacht Stress Nasenbluten in der Regel nicht. Allerdings kann Stress zu einer erhöhten Herzfrequenz und einem Anstieg des Blutdrucks führen. Ein erhöhter Blutdruck wiederum kann bestehende oder gereizte Blutgefäße in der Nase anfälliger für Blutungen machen. Insofern kann Stress indirekt zu Nasenbluten beitragen.