Die Kenntnis deiner normalen Körpertemperatur ist entscheidend, um gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ab wann ein erhöhter Wert als Fieber eingestuft wird. Diese Richtlinien helfen dir, deinen Gesundheitszustand besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
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Was ist normale Körpertemperatur?
Die menschliche Körpertemperatur ist kein starrer Wert, sondern schwankt im Laufe des Tages und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Allgemein gilt eine Körperkerntemperatur zwischen 36,5°C und 37,5°C als normal. Diese Werte können je nach Messmethode und individuellem Stoffwechsel leicht variieren. Es ist wichtig, deine persönliche „Normaltemperatur“ zu kennen, da Abweichungen von diesem individuellen Richtwert auf Veränderungen in deinem Körper hinweisen können.
Faktoren, die die Körpertemperatur beeinflussen
- Tageszeit: Am Morgen ist die Körpertemperatur in der Regel am niedrigsten und steigt im Laufe des Tages bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend an.
- Körperliche Aktivität: Bewegung und Sport erhöhen vorübergehend die Körpertemperatur.
- Hormonelle Schwankungen: Insbesondere bei Frauen kann die Körpertemperatur während des Menstruationszyklus variieren. Nach dem Eisprung steigt sie leicht an.
- Umgebungstemperatur: Extreme Hitze oder Kälte kann die Körpertemperatur beeinflussen, wobei der Körper versucht, seine Kerntemperatur konstant zu halten.
- Alter: Säuglinge und Kleinkinder haben oft eine etwas höhere Körpertemperatur als Erwachsene. Ältere Menschen können tendenziell eine etwas niedrigere Basaltemperatur aufweisen.
- Nahrungsaufnahme und Verdauung: Die Verdauung von Nahrung kann die Körpertemperatur leicht erhöhen.
- Kleidung: Zu warme Kleidung kann die Messung verfälschen und zu einem leicht erhöhten Wert führen.
Ab wann spricht man von Fieber?
Von Fieber (Febris) spricht man in der Regel, wenn die Körperkerntemperatur bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Diese Schwellenwerte können je nach Messort und Alter leicht variieren.

Fiebergrenzen nach Messort
| Messort | Normale Temperatur (°C) | Leicht erhöhte Temperatur (°C) | Fieber (°C) |
|---|---|---|---|
| Oral (im Mund) | 36,4 – 37,2 | 37,3 – 37,8 | ab 37,9 |
| Axillar (unter der Achsel) | 36,2 – 36,8 | 36,9 – 37,3 | ab 37,4 |
| Rektal (im After) | 36,7 – 37,4 | 37,5 – 38,0 | ab 38,1 |
| Ohr (Tympanisch) | 36,3 – 37,4 | 37,5 – 38,0 | ab 38,1 |
| Stirn (Temporale Arterie) | 35,8 – 37,3 | 37,4 – 38,0 | ab 38,1 |
Wichtiger Hinweis: Die Messung im Mund (oral) oder im Po (rektal) gilt als die genaueste Methode zur Bestimmung der Körperkerntemperatur. Die Messung unter der Achsel (axillar) ist am wenigsten genau, da sie am stärksten von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird.
Unterschiede bei Fieber: Fieber vs. Erhöhte Temperatur
Es ist wichtig, zwischen einer leicht erhöhten Temperatur und echtem Fieber zu unterscheiden. Eine erhöhte Temperatur (subfebril) liegt vor, wenn die Werte über dem Normalbereich, aber noch unter der Fiebergrenze liegen. Dies kann ein frühes Anzeichen für eine beginnende Infektion oder eine Reaktion des Körpers auf andere Reize sein. Fieber hingegen ist eine deutliche und anhaltende Erhöhung der Körpertemperatur, die in der Regel ein Zeichen dafür ist, dass der Körper eine Infektion oder Entzündung bekämpft.
Definitionen von Fiebergraden
- Leicht erhöht (subfebril): 37,4°C bis 38,0°C (je nach Messort)
- Leichtes Fieber (febris levis): 38,1°C bis 38,9°C
- Mäßiges Fieber (febris moderata): 39,0°C bis 39,9°C
- Hohes Fieber (febris alta): 40,0°C bis 40,9°C
- Sehr hohes Fieber / Hyperpyrexie: Ab 41,0°C
Sehr hohes Fieber ab 41°C ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Hilfe.
Warum Fieber wichtig ist – Die Funktion des Fiebers
Fieber ist keine Krankheit an sich, sondern ein wichtiges Symptom und eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Wenn Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien in den Körper eindringen, schüttet das Immunsystem Botenstoffe aus (Pyrogene), die im Gehirn (Hypothalamus) die Regulierung der Körpertemperatur nach oben verschieben. Diese erhöhte Temperatur hat mehrere positive Effekte:
- Erschwert die Vermehrung von Krankheitserregern: Viele Viren und Bakterien vermehren sich bei erhöhter Temperatur langsamer oder sterben sogar ab.
- Stärkt die Immunabwehr: Fieber kann die Aktivität bestimmter Immunzellen, wie z.B. T-Zellen, erhöhen und so die Bekämpfung der Infektion unterstützen.
- Beschleunigt Heilungsprozesse: Einige Stoffwechselvorgänge im Körper laufen bei leicht erhöhter Temperatur effizienter ab, was zur schnelleren Genesung beitragen kann.
Es ist daher nicht immer ratsam, leichtes Fieber sofort mit fiebersenkenden Mitteln zu bekämpfen, besonders bei Kindern, es sei denn, es treten starke Begleitsymptome auf oder das Fieber ist sehr hoch.
Messung der Körpertemperatur: So geht’s richtig
Die Wahl des richtigen Messgeräts und die korrekte Anwendung sind entscheidend für genaue Messergebnisse. Digitale Thermometer sind heute Standard und bieten schnelle und präzise Ergebnisse. Je nach Gerät und Messort gibt es Unterschiede in der Handhabung.
Empfohlene Messmethoden und Geräte
- Rektale Messung: Gilt als die genaueste Methode, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Das Thermometer wird vorsichtig etwa 1-2 cm in den After eingeführt.
- Orale Messung: Das Thermometer wird unter die Zunge gelegt. Der Mund muss während der Messung geschlossen bleiben. Vermeide kurz vorher heiße oder kalte Getränke.
- Axillare Messung: Das Thermometer wird in die trockene Achselhöhle gelegt und der Arm fest am Körper anliegend gehalten. Diese Methode ist weniger genau.
- Ohrthermometer: Messen die Infrarotstrahlung des Trommelfells. Das Ohr muss dazu leicht nach oben und hinten gezogen werden, um den Gehörgang zu begradigen.
- Stirnthermometer: Messen die Hauttemperatur der Schläfe. Diese Methode ist schnell, aber oft weniger genau als rektale oder orale Messungen.
Tipps für die Messung:
- Lese die Gebrauchsanweisung deines Thermometers sorgfältig durch.
- Reinige das Thermometer vor und nach jeder Benutzung.
- Bei rektaler Messung eine kleine Menge Gleitmittel (z.B. Vaseline) verwenden.
- Halte das Thermometer fest und lass es vollständig messen, bis es piept.
- Wenn du unsicher bist, wiederhole die Messung nach einiger Zeit oder versuche eine andere Messmethode.
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Fieber oft eine normale Reaktion des Körpers ist, gibt es Situationen, in denen ärztlicher Rat unerlässlich ist. Zögere nicht, einen Arzt zu kontaktieren, wenn:
- Die Körpertemperatur bei Erwachsenen über 39,5°C steigt und nicht sinkt.
- Fieber länger als 2-3 Tage anhält.
- Starke Begleitsymptome wie starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Atemnot, Ausschlag, starke Bauchschmerzen, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auftreten.
- Babys unter 3 Monaten Fieber haben (auch leichtes Fieber).
- Bei Kindern das Fieber über 39°C steigt, sie apathisch wirken, schlecht trinken oder dehydriert erscheinen.
- Du Vorerkrankungen hast, die durch Fieber verschlimmert werden könnten.
- Du dir unsicher bist oder dir Sorgen machst.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Körpertemperatur: Welche Werte normal sind und ab wann Fieber beginnt
Wie oft sollte ich meine Körpertemperatur messen?
Die Häufigkeit der Messung hängt von deiner Situation ab. Wenn du dich gesund fühlst, ist eine tägliche Messung nicht notwendig. Bei Krankheitsanzeichen, Fieber oder Unsicherheit bezüglich deines Gesundheitszustandes ist eine regelmäßige Messung (z.B. alle paar Stunden) sinnvoll, um den Verlauf zu beobachten. Dokumentiere die Messwerte und die Zeitpunkte, um deinem Arzt einen guten Überblick geben zu können.
Kann die Körpertemperatur durch Medikamente beeinflusst werden?
Ja, bestimmte Medikamente können die Körpertemperatur beeinflussen. Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen senken die erhöhte Körpertemperatur. Auch andere Medikamente können als Nebenwirkung Fieber verursachen oder die Temperaturregulierung beeinträchtigen. Informiere deinen Arzt über alle Medikamente, die du einnimmst, wenn du Fieber hast.
Sind Schwankungen der Körpertemperatur im Laufe des Lebens normal?
Absolut. Wie bereits erwähnt, beeinflussen Alter, Hormone, Stoffwechsel und viele andere Faktoren die normale Körpertemperatur im Laufe des Lebens. Was bei einem jungen Erwachsenen als normal gilt, kann sich im Kindesalter oder im höheren Alter leicht unterscheiden. Wichtig ist, den eigenen individuellen Bereich zu kennen.
Was ist der Unterschied zwischen Fieber und Untertemperatur (Hypothermie)?
Untertemperatur (Hypothermie) ist das Gegenteil von Fieber. Sie tritt auf, wenn die Körperkerntemperatur unter 35°C fällt. Dies ist ein gefährlicher Zustand, der durch starke Kälteeinwirkung, bestimmte Erkrankungen oder einen Schock ausgelöst werden kann. Symptome sind Zittern, Verwirrung, Müdigkeit und schließlich Bewusstlosigkeit.
Warum ist die rektale Messung bei Babys so wichtig?
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Körpertemperatur oft schwer oral oder axillar präzise zu messen. Die rektale Messung gibt die genaueste Angabe der Körperkerntemperatur, da sie am wenigsten von äußeren Einflüssen gestört wird. Ein leicht erhöhter Wert kann bei Babys schneller auf eine ernste Infektion hinweisen als bei älteren Kindern oder Erwachsenen.
Wie lange darf Fieber bei Kindern andauern, bevor ein Arzt aufgesucht werden muss?
Bei Säuglingen unter 3 Monaten sollte bei jedem Fieber (über 38°C) umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei älteren Kindern gilt allgemein, dass Fieber, das länger als 2 bis 3 Tage anhält, oder Fieber über 39°C, das sich nicht durch fiebersenkende Mittel beeinflussen lässt oder mit starken Begleitsymptomen einhergeht, ärztlich abgeklärt werden sollte.
Kann Stress Fieber verursachen?
Psychischer Stress allein verursacht in der Regel kein echtes Fieber, also eine Erhöhung der Körperkerntemperatur über 38°C. Starker emotionaler Stress kann jedoch zu körperlichen Reaktionen wie einem erhöhten Puls, Schwitzen oder einer leichten Erhöhung der Hauttemperatur führen. In seltenen Fällen kann langanhaltender Stress das Immunsystem schwächen und den Körper anfälliger für Infektionen machen, die dann mit Fieber einhergehen.